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SENSATIONALISMUS IN DEUTSCHEN MASSENMEDIEN

Über Kommerzialisierung, Boulevardisierung und Suggestion im digitalen Zeitalter – Eine Analyse unter Bezugnahme auf das Propagandamodell von Chomsky und Herman.

Bachelorarbeit | 208 Seiten | Studiengang Kommunikationsdesign | HTW Berlin | Berlin 2016
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Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die Frage, ob ein sogenannter »Sensationsjournalismus« in Deutschland vorhanden ist, wie er sich begründet und wie er sich unter Einfluss der digitalisierten Medienlandschaft und im Zuge einer »Ökonomie der Aufmerksamkeit« tendenziell entwickelt. Um diese Frage zu beantworten, werden die Funktionen von Medien, die derzeitige Lage der Medienlandschaft und die Protagonisten im Journalismus näher betrachtet.

Dabei gilt es auch zu untersuchen, welche Rolle der Rezipient einnimmt und wie er sich gegenwärtig und zukünftig unter dem ständigen Dauerfeuer von Superlativen, Emotionen und Skandalen verhält. Ein grundlegendes Verständnis der Funktionsweise von Massenmedien muss für die Beantwortung der Leitfrage vorausgesetzt werden, weshalb in dieser Arbeit analysiert wird, wie Nachrichten entstehen, wie sie ausgewählt und wie sie kommuniziert werden.

Da auch visuelle Inhalte im journalistischen Kontext zu einem entscheidenden Faktor geworden sind, wird dem Einfluss und der Wirkung von Bildern ein eigenes Kapitel gewidmet.

In diesem Zusammenhang soll auch der Einfluss der Massenmedien auf die öffentliche Meinung untersucht werden, denn es stellt sich die Frage, ob der Journalismus im digitalen Zeitalter und unter anhaltender Beeinflussung durch externe Faktoren noch unabhängig informieren und inwiefern er seiner ursprünglichen Funktion als Kommunikationsinstrument in einer Demokratie noch gerecht werden kann.

Eine vermehrt spektakuläre, simplifizierte und ideologische Berichterstattung in den US-amerikanischen Massenmedien sahen bereits die Wissenschaftler Noam Chomsky und Edward S. Herman im Jahre 1988 in ihrem medienwissenschaftlichen »Propagandamodell« durch fünf »Nachrichtenfilter« begründet. Diese werden, bezogen auf die Medienlandschaft in Deutschland, angewendet und überprüft.

Die Relevanz im Designkontext ist insofern gegeben, als der Designer aktiver Bestandteil des Mediensystems an sich ist. Er ist ein unverzichtbarer Kern der Public Relations. Die Aufgabe des Designers liegt u.a. darin, über die visuelle Ebene Aufmerksamkeit zu erzeugen, Überzeugungsarbeit zu leisten und Kommunikationsstrategien zu entwickeln. Es ist der Versuch der gezielten und systematischen Beeinflussung des Denkens, Handelns und Fühlens von Menschen.

Indem er im journalistischen Zusammenhang etwa verantwortlich ist für die authentische Darstellung von Advertorials, fungiert der Designer häufig als Handlanger der Desinformation. Die theoretische Arbeit ist somit auch ein Appell an die Verantwortung des Designers. Die Forderung an dieser Stelle ist die Schaffung einer theoretischen Grundlage des Designs in Form von Wertevorstellungen und Bildung von Kritikfähigkeit.